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Studie: Akademikerinnen nicht schuld an Kindermangel

29.03.2008
Hochschulabsolventinnen und Abiturientinnen bekommen seit einigen Jahren NICHT weniger Kinder als Frauen mit kürzerer oder keiner Ausbildung. Zu diesem Ergebnis kommt Prof. Dr. Rainer Hufnagel vom Institut für Ökonomische Bildung der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster in einer aktuellen Untersuchung, die Ende März in der Zeitschrift Hauswirtschaft und Wissenschaft erschien. Der Volkswirt, Mathematiker und Haushaltswissenschaftler räumt mit dem Vorurteil auf, dass ein „hohes Humanvermögen“, wie es in der Fachsprache heißt, zu einer niedrigeren Kinderzahl führe.

„Man kann die Verantwortung für die niedrigen Geburtenraten in Deutschland keineswegs den kinderlosen Akademikerinnen zuschreiben“, betont Hufnagel. Gängiges Credo der politischen und gesellschaftlichen Debatte sei, dass speziell die gut ausgebildeten Frauen wegen ihres Berufs, der Karriere und des eigenen Einkommens auf Kinder verzichten. Seine Untersuchungen zeigen jedoch, dass es nicht (mehr) richtig ist, dass in Deutschland Frauen mit geringerem Humanvermögen mehr Kinder bekommen als Akademikerinnen. Vielmehr weist Hufnagel den umgekehrten Zusammenhang nach.

Hufnagel wertete aktuelle Mikrozensus-Daten aus den Jahren 1996 bis 2002 aus. Dabei stellte sich heraus, dass seit Mitte der 90er Jahre gilt: Je gebildeter die Frau, desto mehr Kinder bringt sie auf die Welt. Zudem sei die Anzahl der geborenen Kinder umso höher ist, je besser der Ehemann ausgebildet ist.

Ausbau Tagespflegeplätze kommt vor alllem gut Ausgebildeten zugute
Interessant ist die Studie auch im Hinblick auf den Ausbau von Krippenplätzen: Ein Ausbau subventionierter Betreuungsplätze würde zwar zu höheren Geburtenraten führen, jedoch die Gruppe der gut Ausgebildeten in zweifacher Hinsicht begünstigen: Erstens profitieren die Besserverdienenden von Subventionen mehr; denn es ist umso lohnender, sein Kind betreuen zu lassen, je höher die Differenz zwischen dem eigenen Lohnsatz und den Betreuungskosten pro Kind ist. Zweitens wird diese Gruppe mehr profitieren, da sie mehr Kinder hat. Insgesamt ist also der Ausbau öffentlicher Betreuungsplätze mit einer Umverteilung zugunsten der gut ausgebildeten Frauen verbunden.

Mehr Tagespflegeplätze: Ein Konjunkturprogramm für Deutschland
Ein Ausbau öffentlicher Betreuungseinrichtungen für Kinder hat gegenüber direkter Transfers an Familien mit Kindern den Vorteil, ein Konjunkturprogramm darzustellen. So wirkt es kurzfristig über die baulichen Investitionen und weiterhin über die Schaffung von qualifizierten und globalisierungsfesten Arbeitsplätzen.
Höhere Einnahmen an Steuern und Sozialbeiträgen könnten öffentliche Kinderbetreuung von selbst finanzieren
Weiterhin würden sich durch das leichtere Einbringen des Humanvermögens der Frauen die Angebotsbedingungen auf dem Arbeitsmarkt verbessern. Ein Ausbau der öffentlichen Kinderbetreuung würde sich auf diese Weise wohl nahezu von selbst finanzieren: durch erhöhte Steuereinnahmen und Entlastung der Sozialsysteme.