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Tagespflege und Krippen sind gleichberechtigt!

12.06.2008
„Um Kinder in Tagespflege zu betreuen, musste ich einen Tagespflegekurs belegen“, erzählt die studierte Pädagogin Elisa Richter*, die neben ihrer Tätigkeit als Tagesmutter auch Erziehungsberatung anbietet, „da macht unser Jugendamt keine Ausnahme.“ Qualifizierung in der Tagespflege ist das Stichwort, das nicht jedes Jugendamt so ernst nimmt wie dieses. Konnten vor einigen Jahren noch „Hinz und Kunz“ als Tagespflegeperson arbeiten, benötigt jetzt zumindest jeder, der professionell Kinderbetreuung anbieten möchte, eine Pflegeerlaubnis.

In Politikerkreisen ist allerdings noch lange keine Rede davon, dass die Tagespflege als Betreuungsmodell mit Kinderkrippen und Tagesstätten auf einer Stufe stehen kann: Die SPD-Fraktionsvorsitzende im hessischen Landtag, Andrea Ypsilanti, nennt in einem Brief an Darmstädter Tagesmütter die Betreuung in Tagespflege eine „Ergänzung institutioneller Betreuung“ und behauptet, dass dies auch „im Einklang mit den Bedürfnissen der überwiegenden Mehrheit der betroffenen Eltern“ stehe.

Der Bundesverband Kindertagespflege äußert sich „verwundert“ über den Brief von Frau Ypsilanti und weist darauf hin, dass in § 22 SGB VIII Tageseinrichtungen und Kindertagespflege gleichrangig behandelt werden. Dass ein Platz in der Kindertagespflege oft mit höheren Kosten verbunden sei als ein Krippenplatz, stehe dem Wahlrecht der Eltern entgegen. Der Verband fordert, dass die Qualifizierung und Weiterbildung der Tagespflegepersonen und auch die fachliche Beratung, Vermittlung, Praxisbegleitung und Vernetzung zwischen Kindertagespflege und Tageseinrichtungen in den Kommunen auszubauen sind.

Die „betroffenen Eltern“ in Hessen teilen die Meinung von Andrea Ypsilanti anscheinend übrigens auch nicht. Viele von ihnen bevorzugen das Tagesmütter-Modell aufgrund der persönlicheren Betreuung und der kleineren Gruppengrößen, so heißt es jedenfalls in einer Stellungnahme im Rahmen der Anhörung zur frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung im Sozialpolitischen Ausschuss des hessischen Landtags, verfasst vom Elternbund Hessen. Dass sich die Betreuung durch Tagesmütter bis hin zur Professionalisierung qualitativ verbessern muss, steht für die Eltern ebenfalls außer Frage.

Die Laufstall-Meinung:

Dass die Tagespflege als Notnagel dargestellt wird, wenn nicht ausreichend Krippenplätze zur Verfügung stehen, ist für die Professionalisierung dieses Betreuungsmodells mehr als hinderlich.

Tagespflege und Kinderkrippe stehen als Betreuungsmöglichkeiten gleichberechtigt nebeneinander. Statt die Tagespflege als „Ersatzmodell“ ins Abseits zu stellen, sollte die Professionalisierung dieser Betreuungsform staatlich noch mehr gefördert werden.

Eltern, die ihr Kind von einer qualifizierten Tagesmutter betreuen lassen, schätzen das Modell vorwiegend aus folgenden Gründen:

- Das Kind hat eine feste Bezugsperson und erfährt eine individuellere Betreuung, als dies in einer Krippe möglich ist.
- Eine Tagespflegeperson hat „flexible Öffnungszeiten“ und kann sich an den Bedürfnissen der abgebenden Eltern orientieren.
- Kinder werden in Tagespflege seltener krank (geringere Infektionsgefahr).
- Die Betreuung in einer kleinen Gruppe Kinder verschiedenen Alters fördert das soziale Lernen.

Das Wichtigste bei der Auswahl eines Betreuungsplatzes bleibt immer, im Einzelfall zu entscheiden, was für das Kind am besten ist. Die Eltern sollen zwischen den verschiedenen Möglichkeiten frei wählen können.

* Name geändert