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Kibiz in NRW seit 1. August in Kraft

08.08.2008
Seit dem 1. August gilt in Nordrhein-Westfalen das neue Kinderbildungsgesetz (KiBiz), das das alte GTK (Gesetz über Tageseinrichtungen für Kinder) ablöst. Ziel des Gesetzes ist unter anderem eine bessere Versorgung und Betreuung von unter Dreijährigen – der Altersklasse, die Tagesmütter und -väter vorwiegend betreuen. Doch welche Auswirkungen hat das KiBiz konkret für die Tagespflege?

Neben Grundsätzen zur Bildungs- und Erziehungsarbeit von Tagesmüttern und -vätern ist die finanzielle Förderung der Kindertagesbetreuung im neuen Gesetz verankert. Gefördert wird nur die Kindertagespflege für Kinder, die bei anerkannten Tagespflegepersonen betreut werden – sprich: Tagesmutter oder -vater müssen eine Pflegeerlaubnis vom Jugendamt haben. Darüber hinaus muss laut § 22 des neuen Gesetzes das Jugendamt bestätigen, dass
- Tagesmutter oder -vater das Kind regelmäßig mehr als 15 Stunden wöchentlich und länger als drei Monate betreuen will,
- die Person für die Tagespflege qualifiziert ist,
- bei Ausfallzeiten eine geeignete Ersatzbetreuung sichergestellt ist,
- die Tagespflegeperson von einem Träger der Jugendhilfe vermittelt wurde und schließlich
- die Tagespflegeperson mit dem Kind bis zum dritten Grad weder verwandt noch verschwägert ist.

Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, zahlt das Land NRW dem Jugendamt für jedes Kind in der Kindertagespflege bis zum Schuleintritt einen jährlichen Zuschuss von 725 Euro, also ungefähr 60 Euro/Monat. Das hört sich erst einmal gut an – hoffen wir, dass dieses Geld auch tatsächlich bei der Tagesmutter ankommt.

Die Höhe des Betrags ist allerdings unabhängig von der Stundenzahl, die ein Kind betreut wird. Tagespflegepersonen, die tatsächlich je Kind nur die Mindestbetreuung leisten, sind wesentlich besser gestellt, als Fulltime-Betreuer: Sie können mit rund 1,50 Euro mehr pro Betreuungsstunde rechnen, wohingegen Tagesmütter und -väter, die 40 oder mehr Stunden pro Woche Betreuungsarbeit leisten, je Kind und Stunde gerade mal 30 bis 50 Cent mehr in der Tasche haben.

Durch das neue Gesetz ist auch die Betreuung von Zweijährigen auf sogenannten Regelplätzen in Kindergärten möglich – hierdurch fallen in einigen Kommunen Betreuungsplätze für Tagespflegepersonen weg, mit denen diese kalkuliert haben, denn ein Kindergartenplatz ist immer noch preiswerter als ein Platz bei einer Tagesmutter.

Alles in allem wird sich zeigen müssen, welche Auswirkungen das neue Gesetz auf die Tagespflege in NRW haben wird. Für 2008 sind übrigens 18.000 Plätze für unter dreijährige Kinder in Kindertagespflege geplant – doppelt so viele wie im Jahr 2007.

Den gesamten Gesetzestext finden Sie hier:
Externer Email-Link zu:httphttp://www.mgffi.nrw.de/pdf/kinder-jugend/KiBiz_Volltext.pdf