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Bildaufnahmen zu Werbezwecken in der Kindertagespflege

28.10.2009
Bilder auf Flyern, Websites und Postkarten sagen mehr als viele Worte. Wer allerdings als Tagespflegeperson für seine Werbemittel Fotos einsetzen möchte, die zum Beispiel Kinder während der Betreuungszeit zeigen, muss hierfür auf jeden Fall die Genehmigung der Eltern haben. Am besten schriftlich.

Soweit scheint der Fall klar: Wer mit Bildern von Kindern, die er betreut, werben möchte, braucht hierzu das schriftliche Einverständnis der Eltern. Doch viele Tagespflegepersonen legen zum Beispiel eine Mappe an, die sie „neuen“ Eltern zeigen, um diesen einen Einblick in den Tagesablauf während der Betreuung zu gewähren. Dürfen in dieser Mappe Kinderbilder gezeigt werden, die ohne Einverständnis der Eltern entstanden?

Selbst wenn Sie nur für Ihr privates Archiv Bilder machen möchten: Das ungenehmigte Herstellen von Bildern einer Person ist grundsätzlich unzulässig, selbst wenn keine Veröffentlichungsabsicht besteht. Bis 2004 war nur die Verbreitung und öffentliche Zurschaustellung von unbefugten Bildaufnahmen strafbar, nicht jedoch die unbefugte Herstellung und Weitergabe an Dritte. Am 30. Juli 2004 trat dann § 201 a („Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen“) Strafgesetzbuch (StGB) in Kraft. Laut diesem Paragraf ist unter bestimmten Umständen schon das bloße Erstellen von Fotos strafbar.

Laut § 201 a wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft,
(1) wer von einer anderen Person, die sich in einer Wohnung oder einem gegen Einblick besonders geschützten Raum befindet, unbefugt Bildaufnahmen herstellt oder überträgt und dadurch deren höchstpersönlichen Lebensbereich verletzt.
(2) wer eine durch eine Tat nach Absatz 1 hergestellte Bildaufnahme gebraucht oder einem Dritten zugänglich macht.
(3) wer eine befugt hergestellte Bildaufnahme von einer anderen Person, die sich in einer Wohnung oder einem gegen Einblick besonders geschützten Raum befindet, wissentlich unbefugt einem Dritten zugänglich macht und dadurch deren höchstpersönlichen Lebensbereich verletzt.

Demzufolge ist das Fotografieren von Kindern in deren Elternhaus grundsätzlich untersagt – es sei denn, die Eltern haben Ihnen das Erstellen von Bildern erlaubt. Auch die Wohnung der Tagesmutter gilt nach Einschätzung von Juristin Christina Klein als geschützter Raum: „Es geht allein darum, dass dem Einzelnen ein räumlicher Bereich gesichert werden soll, in dem er sich ungehindert und zwanglos bewegen kann. Meiner Meinung nach kann es deshalb keinen Unterschied machen, ob es sich um die Wohnung der Tagesmutter oder die Wohnung der Eltern handelt.“ Eine klarere Aussage sei hierzu leider nicht möglich, da in der Kommentierung zu § 201 a StGB die Räumlichkeiten der Tagesmutter nicht ausdrücklich erwähnt seien.

Doch selbst wenn die Eltern das Fotografieren gebilligt haben, braucht die Tagesmutter eine weitere Erlaubnis dafür, dass die Fotos Dritten zugänglich gemacht werden.

Auf dem Spielplatz als öffentlichem Raum sollte dagegen das Fotografieren grundsätzlich erlaubt sein. Allerdings, so Christina Klein, sei zu beachten, dass noch die Möglichkeit einer Verletzung des Allgemeinen Persönlichkeitsrechts bleibe. Da der Paragraf 201 a noch recht neu sei, und die Rechtsprechung sich nicht immer zum konkreten Einzelfall äußere, empfiehlt die Jurisitin: „Damit kein Ärger entsteht, würde ich mir immer die schriftliche Genehmigung der Eltern einholen. Auch dazu, dass Bilder der Kinder gezeigt, aber nicht herausgegeben werden dürfen.“